Die Bahn und die Pünktlichkeit: Ein ungelöstes Rätsel
Die Deutsche Bahn plant, die Strecke Köln-Hagen im Juli pünktlich freizugeben. Doch trotz optimistischer Prognosen bleibt die Skepsis der Fahrgäste bestehen.
Ich gestehe, ich bin skeptisch. Die Deutsche Bahn will die Strecke Köln-Hagen im Juli pünktlich freigeben. Daran habe ich, gelinde gesagt, so meine Zweifel. Denn die Bahn hat in der Vergangenheit einen nicht gerade glanzvollen Ruf für ihre Pünktlichkeit erworben. Es wird zudem viel versprochen, und oft bleibt am Ende nur das Warten auf den nächsten verspäteten Zug.
Ein Grund für meine Bedenken liegt in der chronischen Überlastung des Schienennetzes. Es scheint, als ob die Gleise in Deutschland sensorisch auf Kapazitätsengpässe reagieren, wobei die meisten Strecken von immer mehr Zügen befahren werden. Das führt zu einem ständigen Katz-und-Maus-Spiel mit Verspätungen, das einem die Nerven rauben kann. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die DB an der Uhr dreht, um die Ankunftszeiten zu optimieren, während die Realität auf den Gleisen ein anderes Bild zeichnet.
Ein weiterer Punkt ist die ja nicht zu verleugnende Facility-Management-Krise der Bahn. Die Infrastruktur ist oft marode, Altbauzüge wetteifern um das Prädikat „schönster Haufen Schrott“ und die Versprechen auf Modernisierung hören sich oft wie das Ausproben eines neuen Witzes an. Man fragt sich, ob tatsächlich mehr als eine neue Lackierung an den Zügen geplant ist. In Anbetracht dieser Punkte bleibt die Frage, ob die Bahn für ihre ehrgeizigen Zeitpläne tatsächlich die notwendigen Ressourcen hat oder ob hier wieder einmal der gute Wille das einzige ist, was blüht.
Man könnte nun argumentieren, dass die DB in letzter Zeit erhebliche Fortschritte gemacht hat. Schließlich wurden in verschiedenen Regionen Deutschlands neue Züge eingeführt und die Fahrpläne wurden überarbeitet. Das mag stimmen, aber ich kann mir nicht helfen, mich zu fragen, ob diese Maßnahmen nicht lediglich Flickschusterei sind. Ein paar neue Züge hier und da verbessern die Gesamtsituation bekanntermaßen nur bedingt. Die Erfahrung zeigt, dass es nicht nur um die Züge selbst geht, sondern auch um die gesamte Organisation und Kommunikation.
Es ist ein leidenschaftliches Thema, und solange das Vertrauen in die Pünktlichkeit und die allgemeine Zuverlässigkeit der Bahn nicht zurückgewonnen wird, wird auch diese Ankündigung nur ein weiteres Kapitel in der endlosen Geschichte der deutschen Bahnfahrt sein. Ich werde am 1. Juli meine Uhr im Auge behalten und gespannt darauf warten, ob die Bahn tatsächlich die Kurve kriegt oder ob wir uns wieder auf die altbekannte Schinderei einstellen müssen.
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